Dossier: Kneipen, Gaststätten, Restaurants

An die Gasthäuser „Lamm“ und „Rose“ erinnert noch nur ein Schild

Ein Krüglein Bier zum Vesper

Das Rottenburger „Lamm“ auf einer hundertjährigen Postkarte: Von rechts nach links stehen 1911 ... Ein kunstvoller Ausleger ist noch zu sehen. Doch statt dem Lamm zeigt er ein rotes Apotheken-„A“, und statt schwäbischem Vesper und selbst gebrautem Bier gehen im Haus Königstraße 28 in Rottenburg jetzt Pillen und Tropfen über die Theke. weiterlesen

Der Tübinger „Hirsch“ beherbergte eine florierende Wirtschaft und das erste Filmkunst-Kino der Stadt

Familientradition und anspruchsvolle Filme unter einem Dach

Artikelbild: Familientradition und anspruchsvolle Filme unter einem Dach Ob am Bodensee, im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb: Touristen können sich sicher sein, dass sie auf ihren Reisen durch Baden-Württemberg früher oder später auf ein Wirtshaus mit dem Namen „Hirsch“ stoßen. Doch Vorsicht: Nicht überall, wo „Hirsch“ draufsteht, ist auch eine Gaststätte drin. Denn sucht man in der Tübinger Hirschgasse nach einem schwäbischen Lokal, wird man es nicht finden. Dafür aber die „Hirsch“-Begegnungsstätte für Ältere und das „Café im Hirsch“. weiterlesen

Fast 200 Jahre lang war die Gastwirtschaft „Boulanger“ im Besitz der Familie Kemmler

Wo Hegel am liebsten saß – oder auch nicht

Artikelbild: Wo Hegel am liebsten saß – oder auch nicht Tübingen. Wann der erste Most in der Tübinger Collegiumsgasse 2 ausgeschenkt wurde, ist unbekannt. Altstadt-Kennerin Brigitte (Ophelia) Schweickhardt hält es für möglich, dass bereits Mitte des 17. Jahrhunderts dort ein Krämerladen Most im Angebot hatte. Bei einem Umbau seien Goldgulden aus dem Jahre 1661 gefunden worden. Kein Beweis, aber denkbar. weiterlesen

Die „Schottei“ in der Haaggasse war vielleicht eine der frühen Tübinger Brauereien

Wo Wilhelm Hauff schrieb und die Schotten tranken

Artikelbild: Wo Wilhelm Hauff schrieb und die Schotten tranken Tübingen. Das letzte Mal hatte die Tübinger Restauration Schottei wohl am 24. November 1960, einem Samstag, offen. Nur einen Tag wirteten die Geschwister Kuttler, so wie sie es auch am 15. Dezember 1956 getan hatten. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg öffneten die Kuttlers ihr Wirtshaus in der Haaggasse nur noch alle vier Jahre für einen Tag. Sie verhinderten damit konform zum damals gültigen Gaststättenrecht, dass sie ihre Konzession verlieren. weiterlesen

Die „Lenzei“ am Haagtorplatz hat eine wechselhafte Geschichte

Brauerei, Bordell und Bürgerküche

Artikelbild: Brauerei, Bordell und Bürgerküche Tübingen. Wo heute das Programmkino „Atelier“ nebst Café ist, war einst eine der bedeutenden Tübinger Wirtschaften, die „Lenzei“. Das Wirtshaus am Haagtorplatz steht wohl mindestens seit den 1840er Jahren. Schon auf Bildern aus der Zeit vor dem Haagtor-Abbruch (1832) ist am „Lenzei“-Standort ein stattliches Gebäude zu sehen. Wegen seiner günstigen Lage direkt vor dem Stadttor könnte es als Gasthaus und Pferdestation betrieben worden sein. weiterlesen

Über Jahrzehnte war der „Unckel“ zentrale Anlaufstelle für Studenten

Weinstube mit legendärem Charme

Artikelbild: Weinstube mit legendärem Charme Tübingen. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Weinstube an der Wilhelmstraße ein „guter Ruf als bürgerliches Lokal“ nachgesagt. Friedrich „Fritz“ Unckel führte seine wohl um 1900 gegründete Wirtschaft mit viel persönlichem Einsatz und Charme. Professoren, Studenten und Ärzte der anliegenden Kliniken gingen bei ihm ein und aus. Mittags standen dampfende Teller mit einfachen Gerichten auf den rustikalen Tischen, abends schenkte Unckel Wein, Most und Branntwein aus. Bis zu den harten Jahren des Ersten Weltkriegs lief die Kneipe gut. Kurz nach dem Krieg, im Jahre 1922, entschied sich Unckel aber zum Verkauf. weiterlesen

Im Gasthof „Zum Kaiser“ schenkten Klöster, die Universität und andere Wirtsleute aus

Ein Tor in die Tübinger Vergangenheit

Artikelbild: Ein Tor in die Tübinger Vergangenheit Tübingen. Die Schankerlaubnis kam mit den eigenen Weinbergen. So wurden auch klösterliche Orden gewissermaßen zu Tübinger Wirtsleuten – wie die Gutenzeller Zisterzienserinnen, die im 16. Jahrhundert ihren Pfleghof in dem prächtigen Fachwerkbau in der Kirchgasse 6 hatten. Jahrhunderte später wurde das Haus als Restaurant „Zum Römischen Kaiser“ sowie als „Hotel Kaiser“ bekannt. weiterlesen

Der um 1800 gebaute „König“ musste 1976 der Frondsbergauffahrt und einem Parkhaus weichen

Vom Pferdemarkt-Gasthof zum Politikum

Artikelbild: Vom Pferdemarkt-Gasthof zum Politikum Tübingen. Heute steht in der Herrenberger Straße 2 ein Parkhaus. Ein in den Berg gebauter Komplex, dessen Name an eines der älteren Tübinger Wirtshäuser erinnert: den „Gasthof zum König“. Das um 1800 vor dem ehemaligen Schmiedtor erbaute Haus an der Ausfallstraße zum Gäu wurde in den 1970er Jahren zum Politikum. Die „Vereinigten Bürgerinitiativen“ aus der Süd- und der Weststadt wehrten sich (unter anderem mit einem Straßenfest vor dem „König“) gegen dessen Abriss und den Bau der vierspurigen Frondsbergauffahrt. Erfolglos, im August 1976 wurde der „König“ abgerissen. weiterlesen

Die Studentenmütter und Wirtinnen Tante Emilie und das Mammele waren bereits zu Lebzeiten echte Legenden

Wo selbst Trunkenheit noch Niveau hatte

Artikelbild: Wo selbst Trunkenheit noch Niveau hatte „Tante Emilie“ und „Mammele“: Wer von den älteren Tübingern die Namen dieser beiden Wirtinnen hört, bekommt leuchtende Augen; fühlt sich in jene schlichten verrauchten Kneipen hineinversetzt, in denen Wein, Bier und Essen günstig, die Herzen der beiden Studentenmütter groß und warm waren. Bilder von dampfenden Suppen in karger Zeit tauchen dann auf, aber auch von „dionysischen Feiern“. Die Verehrung reichte so weit, dass bekennende „Emilianer“ in der ganzen Welt Stammtische gründeten. Einen Fackelzug bekamen beide Wirtinnen, Tante Emilie wurde sogar zur „Miss Tübingen“ gekürt. weiterlesen

Wo einst Zölle kassiert wurden, kamen später Spätzle auf den Tisch

„Gaststätte zur Neckarbrücke“, „Zom Kiess“und „Istanbul“

Artikelbild: „Gaststätte zur Neckarbrücke“, „Zom Kiess“und „Istanbul“ Tübingen. Manchmal findet man selbst im noch jungen Internet Webseiten, die an längst vergangene Tage erinnern. So zum Beispiel auf „www.tuebingen.com“. Klickt man sich dort durch den virtuellen Spaziergang von Tübingen, so schlendert die Computermaus wie selbstverständlich an der Wirtschaft „Zom Kiess“ vorbei – einem „originellen schwäbischen Restaurant“, wie es in der Beschreibung heißt. Dabei gibt es die urige Gaststätte an der Ecke Karlstraße/ Wöhrdstraße schon seit 1999 nicht mehr. In der realen Welt ist anstelle der Traditionswirtschaft das türkische Restaurant „Istanbul“ mit einem „Hauch vom Orient“ getreten, wie das orangefarbene Logo über dem Eingang verspricht. weiterlesen

Ehgner-Treff beim Stegbeck

Seit 1885 ist der Treff in der „Eintracht“

Die „Eintracht“ des ersten Wirts Paul Neu auf einem Privatfoto, das wohl Anfang des 20. ... Torbeck, Gscheiter Beck, Joosebeck: Sie alle sind dahin. Doch gibt’s noch den Stegbeck, offiziell „Wirtschaft zur Eintracht“. Dort haben viele Alteingesessene seit 125 Jahren bei der Familie Neu ihr zweites Zuhause. Am Sonntag wird in der Gaststube gefeiert: Die Doppelradler machen Musik. weiterlesen

Fuhrmanns-Gasthof mit schlagendem Erfolg

Die Bachnersche Brauerei und das „Waldhörnle“

Artikelbild: Die Bachnersche Brauerei und das „Waldhörnle“ Eine einsame Kelter stand abgelegen am Fuße der Derendinger Weinberge, durch einen Pfad mit der staubigen Hauptstraße im Steinlachtal verbunden. Diese „Schweizer Straße“, die heutige B 27, war schon vor 200 Jahren eine der Hauptverkehrsadern Württembergs. Post- und Reisekutschen nahmen diesen Weg, um von Stuttgart bis nach Schaffhausen zu gelangen. Die Geschichte des Gasthofs „Waldhörnle“ beginnt genau hier, im Jahre 1800. weiterlesen

Die „Alte Weinstube Göhner“ war einst Treffpunkt von Handwerkern, Studenten, Bauern und Professoren

Wo Urwaldsrauba auf Schdudendalombabuba trafen

Artikelbild: Wo Urwaldsrauba auf Schdudendalombabuba trafen Wer über die Tübinger Unterstadt fachsimpeln will, kommt an ihr nicht vorbei: Die „Alte Weinstube Göhner“ in der Schmiedtorstraße 5 ist eine Institution. Den Namen Göhner trägt das Weinlokal seit 1897, als der Ofterdinger Bäckermeister Jakob Göhner das Wirtshaus samt Bäckerei von seinem Schwiegervater Johann Christian Meinhardt übernahm. Der hatte die Bäckerei, samt „Weinwirtschaft“ und einem „Pferdeverleih mit Stallungen in der Madergasse“ gegründet. Wann genau das war, ist in den Konzessionsakten, die im Tübinger Stadtarchiv erhalten sind, nicht verzeichnet. Spätestens seit Mitte der 1860er Jahre dürfte es den Betrieb aber geben. weiterlesen

Ihre Zeit-Zeugnisse

Erinnerungen und alte Fotos gesucht

Auf diesem kürzlich im TAGBLATT veröffentlichten Zeitzeugnis-Foto von der Neckargasse vor dem ...

Gesucht werden Erinnerungen und alte Fotos, die einen lokalen Bezug zur Nachkriegszeit in den Kreisen Tübingen, Reutlingen und der Stadt Horb haben. Beispiele: Kriegsschäden, Politisches Leben, Kulturereignisse, Alltagssituationen, Verbotenes.

Für alle, die keinen Computer und keinen Scanner haben, sich aber am Portal der Zeitzeugnisse beteiligen wollen, bieten das TAGBLATT und die beteiligten Archive Termine für Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an. Sie können ihre historisch relevanten Fotos, Dias und Negative kostenlos einscannen lassen.

Sie können uns auch Ihre Bilder per Post zuschicken. Wir senden Sie Ihnen umgehend zurück. Adresse: SCHWÄBISCHES TAGBLATT, Redaktion Zeitzeugnisse, Uhlandstraße 2, 72072 Tübingen. Ihre bereits digitalisierten Bilder können Sie nach der Registrierung selbst hochladen oder uns per E-Mail schicken: zz@zeit-zeugnisse.de

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Stadtführer Tübingen

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Autor Michael Schwelling kennt die Stadt in- und auswendig. Er beschreibt ihre abwechslungsreiche Geschichte, weiß, wo die schönsten Plätze und Bauten zu finden sind, und kennt die eigenwilligsten Kneipen, besten Restaurants und nettesten Läden.

Fotos von Ulrich Metz, Erich Sommer u.a.
Verlag Schwäbisches Tagblatt